Das Ende des Club am Weinberg e.V. nach 21 Jahren
Persönlicher Kommentar zum Artikel „Club am Weinberg wirft nach 21 Jahren das Handtuch“ (12.10.2006 Lausitzer Rundschau) von André Muschick 

Dieser Tage konnte man in der Zeitung von dem traurigen und bevorstehenden Aus der Kinder- und Jugendarbeit in Altdöbern lesen. Nach 21 Jahren geht ein Träger den Weg, dem nach Befinden vieler Ehrenamtlicher und hauptamtlicher Mitarbeiter bald weitere freie Träger folgen könnten. Der Club am Weinberg e.V. steht seit mehr als 21 Jahren nicht nur für die kulturelle Bereicherung im Ort, sondern ist im gesamten OSL Kreis für seine Arbeit bekannt. Seit 1990 ist der Club am Weinberg ein eingetragener Verein, der sich nach der Wende als ein verlässlicher Kooperationspartner der Kinder- und Jugendhilfe erwiesen hat. Bei der kürzlich stattgefundenen Klausurtagung der Sozial- und Schulsozialarbeiter im OSL Kreis in Neuhausen bei Cottbus wurde deutlich, wie sehr das Jugendamt und andere Träger der Jugendarbeit das Ende des traditionellen Vereins in Altdöbern bedauern. Als eine Pflichtaufgabe wird die Jugendarbeit heute in vielen Städten und Gemeinden nicht angesehen, sondern vielmehr wird sie als eine Art moralische Verpflichtung betrachtet. Schaut man sich die traurige Entwicklung des OSL Kreises bei den Negativstatistiken (Abwanderung, Jugendarbeitslosigkeit, ALG II Bezug, Bildungsniveau) an, so ist kaum zu begreifen, dass auch heute noch Politiker auf Kreis-, Städte- und Gemeindeebene dem Kleinkrieg an finanziellen Unterstützungen den Vorrang geben und die langfristige und vorausschauende Planung der kurzfristigen Denkweise gewichen ist. Als Ergebnis von Interesselosigkeit und mangelnder Bereitschaft von Zusammenarbeit mit Trägern der Kinder- und Jugendarbeit deuten sich die Rückzüge und Auflösungen von Vereinen an, die maßgeblich zur Vielfalt der Trägerlandschaft unterschiedlicher Wertorientierungen beigetragen haben und somit Unterschiede an Inhalten, Methoden und Arbeitsformen garantiert wurden.
Abgesehen von bösen Zungenschlägen und Schuldzuweisungen seitens einiger Abgeordneter der Gemeinde Altdöbern hat der Verein bisher von der Kommunalpolitik nicht viel Unterstützung in seiner schwierigen Phase erfahren. Auch jetzt noch wird der Verein von jungen und engagierten Menschen aus dem Amt Altdöbern am Leben erhalten. Bis zum 31.12.2006 bleibt der Gemeinde Altdöbern nun eine Galgenfrist die Kinder- und Jugendarbeit als „vermeintliche“ moralische Pflichtaufgabe weiterzuführen, ehe das Amt 2007 vor der bösen Überraschung steht, dessen Scherbenhaufen derzeit freien Lauf gelassen wird. Das Jugendamt OSL hat den Bedarf an Jugendarbeit im Amt Altdöbern bis 2009 mit 1,5 Vollzeitstellen festgeschrieben. Im Moment ist davon noch 1 Vollzeitstelle bis zum 31.12.2006 aktiv. Sollte die Amtsverwaltung einen neunen frei(willig)en Träger für die Zukunft finden, der diese pflichtige Aufgabe übernehmen möchte, bedarf es einer besseren finanziellen und persönlichen Unterstützung, um nicht wieder dem AUS eines weiteren Trägers mit Schuldzuweisungen entgegenzublicken.